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(Bild: (C) Kirche-in-Not -
mit freundl. Gen.)
Carl Prämaßing
Marienverehrung von A bis Z
(Teil 1)
A
wie AKATHISTOS auch Hymnos Akathistos genannt. Es gibt davon verschiedene,
einer davon ist der „Akathistos an die Allerhei-igste Gottesgebärerin
und immerwährende Jungfrau Maria". Der Hinweis „a-kathistos" bedeutet,
dass dieser Hymnus „nicht im Sitzen" zu singen ist, womit die Besonderheit
dieses Hymnus im Gegensatz zu anderen, gewöhnlich im Sitzen gesungenen
Hymnen, zum Ausdruck gebracht wird. Dieses altkirchliche Marienlob aus
Konstantinopel wurde 626 erstmals gesungen und gilt damit als älteste
Mariendichtung weltweit. Der Akathistos ist viergeteilt. Das Lukas-Evangelium
bestimmt inhaltlich den ersten und zweiten Teil, Stasis 1 bis 2 genannt.
Der englische Gruß des Erzengels Gabriel wird darin mit einer Vielfalt
von Anrufungen der Muttergottes fortgesetzt. Stasis 3 bis 4 betrachtet
und meditiert die Fleischwerdung des Gottessohnes aus der Jungfrau Maria
und was dies für die Menschheit in den Zeiten bewirkt hat. Hauptverbreitungsgebiet
des Hymnos Akathistos ist die Ostkirche, die orthodoxe wie die katholische.
B
wie BOTE VON FATIMA: Die erste deutschsprachige Fatima-Zeitschrift
wurde von Prof. Dr. Ludwig Fischer im Jahre 1929 in Bamberg gegründet.
Während des Zweiten Weltkrieges war der BOTE VON FATIMA durch die
damaligen Machthaber verboten. Erst 1949 (Stichwort: Papiermangel) war
ein Erscheinen wieder möglich. Bis 1957 erreichte sie eine Auflage
von ca. 25.000 Exemplaren. Zu dieser Zeit übernahm der damalige Eichstätter
Dogmatik-Professor und spätere Regensburger Bischof Prof. Dr. Rudolf
Graber (1957-1962) die Schriftleitung. Ihm folgten Msgr. Josef Rußwurm
(1962-1969) und Dr. Josef Lieball (1969-1973). Bischof Dr. Graber betraute
1973 Prälat Emmeram H. Ritter und Dr. Adolfine Treiber mit der Schriftleitung,
denen 1999 Domvikar Msgr. Georg Schwager und StRin Marianne Cäcilie
Schwager sowie Offizial Domkapitular Prälat Dr. Josef Ammer folgten.
Seit dem 1. Januar 2015 hat der Bote ein neues Redaktionsteam, dessen Chefredakteur
Diakon Prof. Dr. Sigmund Bonk ist. Die Redaktion setzt sich zusammen aus
Irmgard Lercher-Seidl, Prof. Dr. Veit Neumann, Carl B. Prämaßing,
Dr. Adolfine Treiber und Julia Wächter. Seit 1982 wird der BOTE VON
FATIMA durch das Institutum Marianum Ratisbonense verlegt und erscheint
aktuell zehnmal im Jahr. Er spricht mit Artikeln zu unterschiedlichen marianischen
Themen eine breite Leserschaft an; neben dem ständigen Redaktionsteam
gibt es auch zahlreiche Gastautoren.
C
wie Consolatrix afflictorum, zu Deutsch: „Trösterin
der Betrübten". Dabei handelt es sich um einen Titel
der Gottesmutter Maria, der ihr in der Lauretanischen Litanei - benannt
nach dem italienischen Wallfahrtsort Loreto, wo sie erstmals 1531 belegt
ist - gegeben wird. Dargestellt wird die Consolatrix als Madonna mit dem
Kind. Dabei werden die oft wundertätigen Gnadenbilder oder Statuen
mit der Lauretanischen Trösterin in
Verbindung gebracht. Gleich zwei Festtermine gibt es: das Hochfest
„Maria, Mutter des Trostes", das am 4. September im Augustinerorden gefeiert
wird, und der „Tag der Maria vom Trost", gefeiert am Samstag nach dem 28.
August, dem Fest des Hl. Augustinus. Sehr zahlreich sind auch die Wallfahrtsorte,
an denen die Gottesmutter unter diesem Titel verehrt wird. In Deutschland
ist Kevelaer am Niederrhein (Bistum Münster) ein solcher Ort, seit
1642 wird dort eine Kopie des gleichnamigen Gnadenbildes aus Luxemburg
verehrt. In der großherzoglichen Hauptstadt wird jeweils am Samstag
der vierten Osterwoche das Hochfest „Maria, Trösterin der Betrübten"
gefeiert. In Österreich sind Maria Piain (Erzbistum Salzburg) und
Graz-Mariatrost (Bistum Graz-Seckau) und in Deutschland auch noch Mettenbch
sind (Erg. d. Webm.) Orte der Verehrung der
Gottesmutter als Trösterin der Betrübten.
D
wie Dogmen. Die Katholische Kirche formuliert ihre Glaubenssätze
in sogenannten Dogmen, vom griechischen Wort „dogma" für Meinung,
Lehrsatz, Beschluss, Verordnung. Die Katholische Kirche hat unterschiedliche
Dogmen, die auf den früheren Konzilien erlassen worden sind. Zu den
Dogmen, die eine Aussage über Maria treffen, zählen folgende:
Maria ist Gottesgebärerin - Theotokos (431, Ökumenisches Konzil
von Ephesus), Maria war Jungfrau vor, in und nach der Geburt (649, Lateransynode
unter Papst Martin L), das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens
(8. Dezember 1854 von Papst Pius IX.) und das Dogma von der leiblichen
Aufnahme Mariens in den Himmel (1. November 1950 von Papst Pius XII.).
Maria war bei allen heilsgeschichtlichen Eckpunkten dabei, ihr Ja war ein
Beitrag zur Erlösung der Menschen. Ihr wurde die Kirche anvertraut,
was sich auch ikonographisch vielfältig bemerkbar macht, Maria
ist die Mitte und Mutter der Kirche.
E
wie Engel des Herrn, auch „Angelus" genannt, nach dem ersten Wort
im lateinischen Text: „Angelus Domini nuntiavit Mariae et concepit de Spiritu
Sancto" — „Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing
vom Heiligen Geist". Er wird am Morgen, am Mittag und am Abend gebetet,
stets eingeleitet durch das entsprechende Glockengeläut. Seine Anfänge
gehen in das 13. Jahrhundert zurück, wo auf die Initiative der Franziskaner
beim Abendläuten der Komplet auch die Gottesmutter gegrüßt
wurde. Im 14. Jahrhundert wurde das Morgenläuten üblich und als
im 16. Jahrhundert die Türkengefahr und die mögliche Islamisierung
Europas die Menschen beängstigte, kam das Mittagsläuten dazu,
verbunden mit dem Aufruf zum Gebet. Papst Pius V. war es, der 1571 die
heutige Form des Angelus einführte. Ist der Engel des Herrn auch ein
marianisches Gebet, so steht doch die Menschwerdung des Gottessohnes im
Mittelpunkt der Betrachtung. Der Verkündigungsdialog zwischen Maria
und dem Erzengel Gabriel stellt den „Textbaustein" dar, der dreimal durch
ein Ave Maria ergänzt wird. Den Abschluss des Gebetes bildet eine
Oration. Bei der dritten Betrachtung - „Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt" - ist es angebracht, sich zu verneigen. An Sonntagen
und an Hochfesten ist es in Rom üblich, dass der Heilige Vater um
12 Uhr vom Balkon des Apostolischen Palastes das Angelusgebet spricht und
anschließend den päpstlichen Segen erteilt. Im Jahre 1742 veranlasste
Papst Benedikt XIV, dass in der Osterzeit an Stelle des Angelus das Regina
caeli gebetet wird.
F
wie FESTE. Zahlreich, sind die Feste in der Katholischen Kirche,
die an Ereignisse im Leben Mariens erinnern oder die einen Ort ihrer Verehrung
zum Inhalt haben. Viele Ordensgemeinschaften haben ihren eigenen Mariengedenktag.
Den höchsten liturgischen Rang in der Ordnung der Kirche nehmen die
Hochfeste (lat. sollemnitates) ein. Neben den Herrenfesten (Ostern, Weihnachten
etc.) gibt es auch drei marianische Hochfeste: Hochfest der Gottesmutter
Maria (1. Januar), Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August)
und das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter
Maria (8. Dezember). Aber auch in den Herrenfesten spielt Maria eine heilsgeschichtliche
Rolle, so z. B. beim Hochfest Verkündigung des Herrn (25. März)
und natürlich beim Hochfest der Geburt des Herrn (25. Dezember). Die
Konzils-Konstitution „Sacrosanctum Concilium" sagt dazu in Kapitel V, Nr.
103: „Bei der Feier dieses Jahreskreises der Mysterien Christi verehrt
die heilige Kirche mit besonderer Liebe Maria, die selige Gottesgebärerin,
die durch ein unzerreißbares Band mit dem Heilswerk ihres Sohnes
verbunden ist. In ihr bewundert und preist sie die erhabenste Frucht der
Erlösung. In ihr schaut sie wie in einem reinen Bilde mit Freuden
an, was sie ganz zu sein wünscht und hofft." Der selige Papst Paul
VI. (1897-1978) stellte im Apostolischen Schreiben „Marialis cultus" (1974)
die Marienverehrung als „goldene Regel christlicher Frömmigkeit" dar.
Den Hochfesten folgen die Feste, wie z. B. Maria Lichtmess (2. Februar),
Maria Schnee (5. August), Maria Königin (22. August), Maria Geburt
(8. September) oder Maria Namen (12. September). Rund 120 weltweit oder
in Orden, Ländern oder bestimmten Diözesen gefeierte Marienfeste
gibt es. Auch die orthodoxen Kirchen, die Kopten, Syrer und Armenier feiern
viele Marienfeste wie die Katholische Kirche, aber auch einige Eigenfeste.
G
wie GEBETE / GESÄNGE. So zahlreich die Feste der Gottesmutter
sind, so zahlreich sind auch die Gebete oder Gesänge, in der sie als
Fürsprecherin angerufen wird. Dabei ist immer festzuhalten; Maria
wird angerufen, aber nicht angebetet. Anbetung gebührt allein nur
Gott. Zu den sogenannten Marianischen Antiphonen zählt neben „Regina
caeli" („Freu Dich, du Himmelskönigin") in der Osterzeit und im Jahreskreis
„Salve Regina" („Sei gegrüßt, o Königin") der Gesang „Sub
tuum praesidium" („Unter Deinen Schutz und Schirm"). Es handelt sich dabei
wohl um das älteste Mariengebet, dessen Anfänge ins 3. Jahrhundert
zurückgehen. Das wohl bekannteste Mariengebet ist das „Ave Maria"
— „Gegrüßet seist Du Maria". Es setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
den Marienanreden des Erzengels Gabriel bei der Verkündigung des Herrn
(Lk 1,28) und der Base Elisabeth beim Besuch Marias (Lk 1,42 ). Bereits
im 11. Jahrhundert wurde dieser Teil im Stundengebet und in Andachten gebetet.
Im
Jahre 1568 ergänzte der hl. Papst Pius V. (1504-1572) das bereits
bestehende Gebet um die Bitte um den Beistand in der Todesstunde. Auch
die Ostkirche kennt eine Version dieses Gebetes: „Gottesgebärerin
und Jungfrau, freue dich". Die Anglikaner beten es in der westkirchlichen
Form. Es wurde von Komponisten aller Epochen vertont. Das Ave Maria findet
sich nicht nur im „Engel des Herrn" wieder, sondern auch im Rosenkranzgebet,
das man mit Recht als das heute am weitesten verbreitete katholische Volksgebet
bezeichnen kann.
Neben den 53 Ave Maria werden das Glaubensbekenntnis und sechs Vater
unser gebetet. Dabei unterscheidet man aber auch zwischen verschiedenen
Geheimnissen, die mit der Betrachtung des Lebens, Sterbens und der Auferstehung
Jesu verbunden sind: Traditionell sind der Freudenreiche (Menschwerdung
Christi), der Schmerzhafte (Passion Jesu) und der Glorreiche Rosenkranz
(Auferstehung Christi). Der hl. Papst Johannes Paul II. (1920-2005) hatte
2002 aus Anlass seines 24. Wahl-Jahrestages mit dem Apostolischen Schreiben
ROSARIUM VIRGINIS MARIAE die lichtreichen Geheimnisse hinzugefügt.
Unter den zahlreichen Marienliedern hat das „Segne, Du Maria" eine besondere
Entstehungsgeschichte, wurde es doch von der evangelischen Pastorentochter
und Konvertitin Cordula Wöhler (1845-1916) getextet.
H
wie HERALDIK. Auch in der Wappenkunde, Heraldik genannt, spielt
die Gottesmutter eine große Rolle. Dabei wechseln die Darstellungsformen
sich bunt ab. Da gibt es zum einen die figürlichen Darstellungen,
wie z. B. die „Panhagia" („Allheilige"), die „Hodegetria" („Wegweiserin")
oder auch die „Eleousa" („Barmherzige"). Beliebt ist auch die Darstellung
eines bestimmten Gnadenbildes, wie die Schwarze Madonna von Altötting
im Wappen von Bischof Stefan Oster SDB (Passau) und Bischof Wilhelm Schraml
(Passau) sowie Augustin Kardinal Mayer (Rom). Die Stadt Altötting
zeigt ebenfalls eine Maria mit Kind, jedoch nicht das Gnadenbild. Besonders
die Bischöfe der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, wie
beispielsweise Großerzbischof Josyf Kardinal Slipyj (Lemberg) und
Swjatoslaw Schewtschuk (Kiew), zeigen sehr oft die Gottesmutter in ihrem
Wappen. Es gibt aber auch marianische Symbole, die in Wappen vorkommen.
Zahlreiche Bischöfe führen in ihrem persönlichen Wappen
das Unbefleckte Herz Mariens. Auch in den Papstwappen wird deren Verehrung
für die Gottesmutter dokumentiert, ganz bekannt ist der goldene Buchstabe
M unter dem Kreuz beim hl. Papst Johannes Paul II. oder der Meerstern („Stella
maris") bei Papst Franziskus. Den Meerstern als Zeichen seiner marianischen
Ausrichtung führt auch der kürzlich in Heidenberg benedizierte
Abt Winfried Schwab OSB von der Abtei vom heiligen Bartholomäus in
Neuburg. Die Marienkrone findet man z. B. in den Wappen vom Landkreis Altötting,
der Stadt Koblenz und der oberbayerischen Gemeinde Fischbachau.
I
wie Ikone. Der Begriff leitet sich vom griechischen Worten „eikön"
= „Bild" ab und bezeichnet Heiligenbilder jeglicher Art, nicht nur das
auf Holz oder andere Materialien gemalte Bild, sondern auch Wandmalereien
und ähnliche Darstellungen. Das griechische Wort „eikön" leitet
sich wiederum vom Wort „eoika" ab, das „gleichen" oder „ähnlich sein"
bedeutet. Damit nähert man sich auch schon einer entscheidenden theologischen
Aussage der ostkirchlichen Ikonenverehrung. Der hl. Johannes von Damaskus
(+ vor 754), Kirchenvater und Theologe, definiert Ikone folgendermaßen:
„Eikon ist also ein Ebenbild und Beispiel und Ausprägung von irgendetwas,
welches das Abgebildete in sich zeigt" und „sich doch von ihm unterscheidet".
Im Abbild des Heiligen, der Ikone, verehrt der Gläubige das Urbild,
die Verehrung gilt nicht dem bemalten Stück Holz sondern der darauf
dargestellten Person. Ikonen gelten weder als Kunstgegenstände noch
als Dekoration, sie sind Andachtsgegenstände. Das Malen der Ikonen,
das oft durch Mönche in den Klöstern geschieht, ist eine Form
des Gebets, Ikonen werden nach Fertigstellung gesegnet, verweilen eine
Zeit in der Kirche hinter der Ikonostas (Ikonenwand) und gelangen dann
an ihren Bestimmungsort. Strenggenommen, dürfen gesegnete Ikonen nicht
verkauft werden. Äußerst zahlreich sind die verschiedenen Marienikonen:
Sehr verbreitet ist die Darstellung der Hodegetria (Wegweiserin), bei der
die Madonna das segnende Jesuskind auf dem linken Arm trägt, das dort
aufrecht thront. Die rechte Hand der Gottesmutter weist typischerweise
auf das Kind. Der Schleier der Gottesmutter trägt drei goldene Sterne
— auf der Stirn und den beiden Schultern — Symbole für die Jungfräulichkeit
Mariens vor, während und nach der Geburt des Erlösers. Die Urform
der Hodegetria fand in Ost- und Westkirche viele Nachahmungen, so z. B.
in der Ikone der „Gottesmutter von der Pforte" im orthodoxen Kloster Iviron
auf dem Berg Athos, der Gottesmutter von Smolensk in Russland oder dem
Gnadenbild der Schwarzen Madonna von Tschenstochau in Polen. Weitere Darstellungstypen
sind die Eleusa (Barmherzige), die Blacherniotissa (Fürbitterin, Betende)
sowie die Galaktotrophousa (Maria lactans; stillende Maria) und die Paraklesis
(Darstellung der Gottesmutter ohne Kind). Eine sehr bekannte Marienikone
ist neben der Gottesmutter von Kasan (Rußland, 1579) das Gnadenbild
Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe (Kreta, 14. Jahrhundert).
Von Griechenland kam das Bildnis im 19. Jahrhundert nach Rom und wurde
der Kongregation der Redemptoristen anvertraut, die es in die Kirche Sant'
Alfonso brachten, wo es seitdem im Hochaltar verehrt wird. Die Redemptoristen
verbreiteten das Gnadenbild im Rahmen ihrer Volksmissionen weltweit, sodass
es zu den bekanntesten Marienikonen in der Westkirche zählt.
J
wie Joseph Der Bräutigam der Gottesmutter, der hl. Joseph,
der auch als Nährvater Jesu bezeichnet wird, ist biblisch wie kunstgeschichtlich
der ständige Begleiter Mariens. Von der Herbergssuche über die
Geburt Jesu in Bethlehem bis hin zur Flucht nach Ägypten. Seine Verehrung
setzt in der Ostkirche bereits sehr früh ein, in der Westkirche erst
im 9. Jahrhundert. Im Jahre 1870 wurde er, dessen Name „Er [Gott] fügt
hinzu" bedeutet, von Papst Pius IX. zum Schutzpatron der Katholischen Kirche
erklärt. In seiner Enzyklika „Quamquam pluries" (1889) würdigte
Papst Leo XIII. ausdrücklich die hervorragende Verehrung des hl. Joseph.
Sein Leben und die Enzyklika wurden 1989 von Papst Johannes Paul II. mit
dem Apostolischen Schreiben „Redemptoris custos" nochmals besonders gewürdigt.
Gleich an zwei Festen gedenkt die Katholische Kirche seiner: seit dem 12.
Jahrhundert am 19. März, dem Hochfest des Heiligen, auch Josephitag
genannt, und am 1. Mai. Dieser Gedenktag wurde 1955 von Papst Pius XII.
als Gegenstück zum international begangenen „Tag der Arbeit" unter
dem Festnamen „Josef der Arbeiter" eingeführt.
An diesem Tag wird ihm und der Gottesmutter sogar gemeinsam gedacht,
da in Bayern bereits im Jahre 1916 der 1. Mai von Papst Benedikt XV. zum
Festtag „Patrona Bavariae" - „Schutzfrau Bayerns" erklärt wurde. Vielfältig
sind auch seine Patronate, er ist Schutzpatron der Ehepaare und Familien,
Kinder, Jugendlichen und Waisen, aber auch der Jungfräulichkeit. Selbst
Handwerker gewesen, rufen ihn Arbeiter und Zimmerleute, Schreiner, Wagner,
Bestatter und Ingenieure in Notsituationen an. Der hl. Joseph ist aber
auch Patron vieler einzelner Länder wie u.a. Bayern, Böhmen und
Österreichs. Seit 1985 setzt sich im schwäbischen Aichach die
„Königlich Bayerische Josefspartei" (KBJP) für die Wiedereinführung
des Josefstags in Bayern als staatlichem Feiertag ein, bisher zwar sehr
eindrucksvoll im jährlichen „Weltparteitag" mit hochrangigen Festrednern,
aber bisher noch ohne Erfolg.
K
wie Kirchen. Der Gottesmutter Maria sind weltweit, nicht nur in
der Katholischen Kirche, unzählige Kirchengebäude geweiht. Angeführt
wird die Reihe mit einem marianischen Patronat mit den Wallfahrtskirchen
in Lourdes, Fatima und Tschenstochau, Altötting, Maria Zell und Kevelaer
sowie Guadalupe in Mexiko oder Aparecida in Brasilien. Viele Bischofskirchen
sind der Gottesmutter geweiht, wie u. a. in Aachen, Eichstätt, Freising
und Hamburg, Hildesheim, München und Speyer. Die verschiedenen Glaubenswahrheiten
rund um Maria finden sich in Patronaten wieder: Mariä-Aufnahme-in-den-Himmel,
Mariä-Empfängnis, Mariä-Geburt, Maria-Heimsuchung, Mariä-Himmelfahrt
oder Maria-Verkündigung. Ein nicht alltägliches Patronat findet
sich im Bistum Regensburg in der rund 10 km nördlich von Regensburg
gelegenen Gemeinde Zeitlarn im Ortsteil Laub. Dort feiert die Pfarrgemeinde
am 15. August nicht Maria Himmelfahrt sondern „Unsere liebe Frau von der
guten Heimkehr". Die Madonnenstatue im linken Seitenaltar der Kirche gibt
die Antwort darauf. Ein junger Soldat hatte diese im Ersten Weltkrieg in
Frankreich aus einer brennenden Kirche gerettet und von da an immer bei
sich getragen. Als er dann in einem Gefecht unter Beschuss geriet, blieb
eine Kugel in der Madonna stecken und rettete ihm damit das Leben. Die
Statue begleitete ihn zurück in seine Heimat und wurde von der Familie
verehrt. Sein Sohn, BGR Pfarrer Josef Steindl, Pfarrer von Zeitlarn 1949
bis 1974, erbaute 1964 bis 1966 die Filialkirche in Laub und gab der Madonna
dort einen Ehrenplatz und der Kirche ein Patronat. In der Filialkirche
fand Pfarrer Steindl auch seine letzte irdische Ruhestätte.
L
wie Lexikon der Marienkunde Es kann mit Fug und Recht als das Standartwerk
der Mariologie bezeichnet werden. Das sechsbändige Werk, das von 1988
bis 1994 im EOS-Verlag Erzabtei St. Ottilien erschienen ist, umfasst rund
4.300 Seiten. Als Herausgeber konnte das Institutum Marianum Regensburg
e.V. (IMR) den langjährigen Münchner Dogmatiker Prof. Dr. Dr.
h.c. Leo Scheffczyk (1920-2005) und den Freiburger Kirchenhistoriker
Prof. Dr. Remigius Bäumer (1918-1998) gewinnen, die gemeinsam mit
30 Fachleitern und rund 1000 Mitarbeitern nach den Worten eines Rezensenten
„das umfangreichste und authentischste mariologische Werk" geschaffen haben.
Der erste Band des Lexikons der Marienkunde wurde dem Regensburger Bischof
und Vorsitzenden des IMR, Dr. Rudolf Graber (1903-1992), zu dessen 85.
Geburtstag gewidmet. Im April 1989 konnte dieser Band Papst Johannes Paul
II. in einer Privataudienz übergeben werden. Weihbischof Vinzenz Guggenberger
(1929-2012), IMR-Stellvertreter und späterer Nachfolger von Bischof
Graber, hat die Herausgabe entscheidend gefördert und zum Abschluss
gebracht. Im Dezember 1994 hatte er die große Freude, das sechsbändige
Werk in Anwesenheit von Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter (München-Freising)
und Bischof Dr. Karl Braun (Eichstätt) in St. Ottilien präsentieren
zu können. Unter den Autoren ist z. B. der heutige Präfekt der
Glaubenskongregation und ehemalige Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig
Kardinal Müller, zu nennen, aus dessen Feder als Dogmatik-Professor
in München die Artikel „Gottesmutter", „Heilige und Maria" sowie „Hypostatische
Union" und „Mittlerin der Gnade" stammen. Auch IMR-Vorstandsmitglied Prälat
Prof. DDr. Anton Ziegenaus (Augsburg), der bedeutende Mariologe Prof. Dr.
Manfred Hauke (Lugano), der Liturgiewissenschaftler Msgr. Dr. Klaus Gamber
(1919-1989) und die Philosophin Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz
(Heiligenkreuz) zählen u. a. zu den Autoren des Lexikons.
M
wie Marienerscheinungen Bei zahlreichen Marienwallfahrtsorten weltweit
ist es ein spezielles Gnadenbild der Muttergottes, das die Pilger anzieht.
Andere Gnadenorte verdanken ihren Ursprung einer Erscheinung der Gottesmutter.
Bei der Anerkennung dieser Erscheinungen legt die Kirche strenge Maßstäbe
an, die die Hl. Kongregation für die Glaubenslehre am 25. Februar
1978 in den „Normen für das Verfahren zur Beurteilung mutmaßlicher
Erscheinungen und Offenbarungen" festgelegt hat. Dabei trug man auch dem
technischen Fortschritt Rechnung: „Dank der Kommunikationsmittel (Massenmedien)
verbreiten sich heute Nachrichten über solche Erscheinungen schneller
unter den Gläubigen als in früheren Zeiten. Darüber hinaus
begünstigt und vervielfacht die heutige Mobilität Pilgerfahrten,
so dass die kirchliche Autorität sich zur genannten Sache äußern
muss." Zu den ältesten Marienerscheinungen zählen jene von Guadalupe,
heute ein Stadtteil von Mexiko-Stadt, vom 9. bis 12. Dezember 1531. Als
der Indio Juan Diego Cuauhtlatoatzin (1474-1548) dies seinem Ortsbischof
mitteilte und dieser seinen Worten keinen Glauben schenkte, erschien auf
Juan Diegos Mantel das Bildnis Mariens, das spätere Gnadenbild. Groß
ist die Bedeutung der Wallfahrt für die Christianisierung Lateinamerikas
auch deswegen, weil die Gottesmutter auf dem Gnadenbild indigene Züge
trägt. Unsere Lieben Frau von Guadalupe ist die Patronin Mexikos und
von ganz Nord- und Südamerika, ihr Gedenktag ist der 12. Dezember.
Neben dem
weltbekannten Wallfahrtsort Lourdes in Südfrankreich [Erscheinungen
vom 11. Februar bis 16. Juli 1858 - hl. Bernadette Soubirous (1844-1879)
-kirchliche Anerkennung 1862] erschien die Gottesmutter in Frankreich
auch noch in Notre-Dame du Laus (1664-1718), Paris in der Rue du Bac [1830
- hl. Sr. Catherine Laboure (1806-1876)] und La Salette (1846). Im kommenden
Jahr feiert der portugiesische Wallfahrtsort Fatima den 100. Jahrestag
der Erscheinungen vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917. So wie in Fatima, wo
Maria den Hirtenkindern Lucia dos Santos (1907-2005), der sei. Jacinta
Marto (1910-1920) und dem sei. Francisco Marto (1908-1919) erschien, waren
es auch an zahlreichen anderen Orten Kinder, denen diese Gnade zuteil wurde.
In unseren Tagen können Marienerscheinungen im japanischen Akita [6.
Juli bis 13. Oktober 1973 - Sr. Agnes Katsuko Sasagawa (*1930) - anerkannt
1988] und im afrikanischen Kibeho in Ruanda (1981 bis 1989, anerkannt 2001)
verzeichnet werden. Bei all den genannten Erscheinungen ist die Übernatürlichkeit
festgestellt worden. Hingegen konnte bei den Erscheinungen von Heroldsbach
im Erzbistum Bamberg (1949 bis zum Herbst 1952), Marpingen im Bistum Trier
(1876 bis 1877), Medugorje in Bosnien-Herzegowina (seit 1981) und Sievernich
im Bistum Aachen (2000 bis 2005), um nur einige Orte zu nennen, die Übernatürlichkeit
der Ereignisse entweder widerlegt oder als zweifelhaft bezeichnet werden.
N
wie Name der Gottesmutter Der Name der Gottesmutter lautet Maria,
die lateinische Form des griechischen Mariam oder des
hebräischen und aramäischen Mirjam. Das Alte Testament kennt
Mirjam, die Schwester des Mose und Aarons. Im Neuen Testament treffen wir
neben der Mutter Jesu auch noch Maria von Magdala (Maria Magdalena), Maria
von Betanien, die Schwester der Marta und des Lazarus, Maria die Mutter
des Jakobus und eine weitere Christin dieses Namens in Rom. So häufig
der Name auftritt, so schwierig ist auch die Klärung dessen Bedeutung.
Die Interpretationen stellen fast „eine Wissenschaft für sich" dar.
Drei Deutungsmöglichkeiten (s. M. Görg, Lexikon der Marienkunde,
IV, S. 467) stehen gegenwärtig im Raum: 1. „Gottesgeschenk", 2. „fruchtbar
sein" oder 3. „die Geliebte". Für das Problem der Wortherkunft ist
derzeit keine Lösung in Sicht. Es gibt sogar einen eigenen Festtag,
„Maria Namen". Dieser wurde bereits im 16. Jahrhundert in Spanien gefeiert
und später von Papst Innozenz XI. (1676-1689) für die gesamte
Kirche verbindlich festgesetzt. Anlass dafür war der Sieg der vereinigten
christlichen Heere unter dem Oberbefehl von König Jan III. Sobieski
von Polen am 12. September 1683 bei der Schlacht am Kahlenberg vor Wien.
Damit war die Zweite Wiener Türkenbelagerung siegreich beendet worden.
Man führte den Sieg auf die Fürsprache der Gottesmutter zurück,
deren Bildnis als Schutzmantelmadonna dem Heer auf dem Banner vorangetragen
wurde. Unter dem hl. Papst Pius X. (1835-1914) wurde das Fest vom Sonntag
nach Maria Geburt (8. September) auf den 12. September, den eigentlichen
Siegestag, verlegt. Im Allgemeinen Römischen Kalender von 1970 wurde
Maria Namen wegen der inhaltlichen Dopplung zum Fest Maria Geburt gestrichen,
aber im deutschsprachigen Regionalkalender u. a. wegen der Verwurzelung
im Volk als nichtgebotener Gedenktag erhalten. Im Generalkalender findet
sich das Fest seit 2002 als nichtgebotener Gedenktag wieder. Die Bauernregel
sagt zum 12. September: «An Maria Namen / sagt der Sommer Amen»
oder «An Maria Namen / kommen die Schwalben zusammen".
O
wie Orden. In der Katholischen Kirche gibt es zahlreiche Orden und
Ordensgemeinschaften, die die Gottesmutter Maria in ihrem Namen fuhren
und damit auch zu deren Verehrung beitragen. Der älteste wurde im
Jahre 1190 als Krankenpflegeorden von deutschen Kaufleuten im Heiligen
Land vor den Toren Akkons gegründet, der „Orden der Brüder vom
Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem" - kurz: „Deutscher Orden". Bald
darauf war er ein schwertfuhrender Ritterorden, der sich seit der Reform
von 1929 wieder seiner ursprünglichen Aufgabe widmet und sich in drei
Zweige aufteilt: Patres und Brüder, Schwestern sowie Familiare, auch
bekannt als Marianer. Eine ähnliche Geschichte hat der Mercedarierorden,
der „Orden Unserer Lieben Frau vom Loskauf der christlichen Gefangenen".
Er wurde 1218 in Spanien als königlicher, militärischer und religiöser
Orden gegründet und besteht heute noch in drei Zweigen. Unter den
rein geistlichen Orden und Ordensgemeinschaften sind u. a. bei den Männerorden
zu nennen: die „Regularkleriker Mariens von der Unbefleckten Empfängnis",
kurz „Marianer" (1673), die „Gesellschaft Maria", kurz „Marianisten" (1817)
oder die „Gesellschaft Mariens", auch „Maristen-Patres" genannt (1824),
die, Augustiner-Chorherren von Maria, der Mutter des Erlösers" (1971).
Es gibt mehr als 40 Gemeinschaften mit marianischem Hinweis. Unter den
Frauenorden nehmen rund 60 Gemeinschaften in ihrem Namen Bezug auf die
Gottesmutter Maria, so z. B. die „Schwestern vom Orden der Heimsuchung
Mariens", kurz „Salesianerinnen" (1610), die „Genossenschaft der Barmherzigen
Schwestern von der Allerseligsten Jungfrau und Schmerzhaften Mutter Maria",
auch bekannt als „Clemensschwestern" (1808), die „Schwesterngemeinschaft
der Dienerinnen der unbefleckten Gottesmutter Jungfrau Maria" (1850), die
„Franziskanerinnen von der Allerseligsten Jungfrau Maria von den Engeln",
besser bekannt als „Waldbreitbacher Franziskanerinnen" (1863) und das „Säkularinstitut
der Schönstätter Marienschwestern" (1926). Der Wallfahrtsort
La Salette in den französischen Alpen, in dem Maria 1846 den Hirtenkindern
Melanie Calvat (15 Jahre) und Maximin Giraud (11 Jahre) erschien, ist gleich
Gründungsort je eines Männer- und Frauenordens. Philibert de
Bruillard, Bischof von Grenoble, gründete dort 1852 die „Missionare
Unserer Lieben Frau von La Salette", auch als „Salettiner" bekannt. Die
1872 von Henriette Deluy-Fabry gegründeten „Sceurs de Notre-Dame de
La Salette" fusionierten in späteren Jahren mit zwei weiteren gleichnamigen
Gemeinschaften zu den „Schwestern Unserer Lieben Frau von La Salette",
die überwiegend in der Mission weltweit tätig sind.
P
wie Päpste. Unter den 266 Päpsten, die seit dem hl. Petrus
der Kirche vorgestanden haben, waren zahlreiche große Verehrer der
Gottesmutter. Ihre Verehrung für Maria brachten sie in unterschiedlicher
Weise zum Ausdruck. Sehr augenfällig tat dies der hl. Papst Johannes
Paul II. (Pontifikat 1978-2005) und Papst Franziskus (seit 2013), indem
sie marianische Symbole in ihr Wappen aufnahmen: das goldene M beim polnischen
Papst und der Meerstern (Stella Maris) beim Pontifex aus Argentinien. Wie
groß seine Liebe zur Gottesmutter war, zeigte Papst Johannes Paul
II. auch durch seine zahlreichen Pastoralbesuche in Marienwallfahrtsorten:
Tschenstochau (1979, 1983, 1987, 1991, 1997 und 1999), Fatima (1998, 1991,
2000), Lourdes (1983, 2004) sowie Altötting (1980), Kevelaer (1987)
und Mariazell (1983). Auch die Päpste seien zu nennen, in deren Pontifikaten
Glaubensaussagen über Maria dogmatisiert wurden: am 8. Dezember 1854
das „Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens" vom sel. Papst
Pius IX. (1846-1878) und am 1. November 1950 das „Dogma von der Leiblichen
Aufnahme Mariens in den Himmel" vom Ehrwürdigen Diener Gottes, Papst
Pius XII. (1939-1958). Besonders Papst Leo XIII. (1878-1903) verfasste
in seinem 25-jährigen Pontifikat mehr als 100 Lehramtsschreiben (Enzykliken,
Konstitutionen, Dekrete etc.), von denen sich alleine 15 mit marianischen
Themen beschäftigten. Auch in der Ausrufung „Marianischer Jahre" haben
zwei Päpste die Bedeutung Mariens für die Kirche zum Ausdruck
gebracht: Papst Pius XII. - 1953/1954 aus Anlass des Jubiläums „ 100
Jahre Dogma von der Unbefleckten Empfängnis" und Papst Johannes Paul
II. - 1987/1988 aus Anlass des Jubiläums „70 Jahre Erscheinungen von
Fatima". Unter den sechs Päpstlichen Basiliken (Basilica maior), die
die Kirche kennt, tragen auch zwei ein marianisches Patronat: Santa Maria
Maggiore in Rom und Santa Maria degli Angeli in Assisi. Fünf Päpsten
wurde die Verehrung der Gottesmutter sozusagen schon in die Wiege gelegt,
denn sie trugen im Taufnamen auch den Namen der Mutter Jesu, so z. B. Eugenio
Maria Giuseppe Giovanni Pacelli - Papst Pius XII. (1939-1958) - und Giovanni
Battista Enrico Antonio Maria Montini - se. Papst Paul VI. (1963-1978).
Q
wie Quinn, Edel Mary. Sie war eine Missionarin der Legion Mariens
und selbst Gründerin zahlreicher Niederlassungen der Legion in Afrika.
Edel Mary Quinn wurde 1907 in Irland geboren und wollte eigentlich in einen
Orden eintreten. Im Jahre 1927 fand sie in Dublin zur Legion Mariens und
kümmerte sich in den dortigen Elendsvierteln aufopferungsvoll um Arme,
Alte und Kranke. Im Jahre 1936 trat sie ihre erste Afrikareise an und 1939
sollte eine weitere folgen. „Mit Ausdauer und apostolischem Eifer richtet
sie in Kenia, Uganda, Tanganika und Nyassaland unter den einheimischen
Christen die Legio ein" (Horst Rzepkowski, Lexikon der Marienkunde, V,
S. 391). In Nairobi starb sie am 14. Mai 1944 an den Folgen einer Tuberkulose
und wurde auf dem Friedhof der Missionsstation S. Augustinus beigesetzt.
Bereits 1956 wurde ihr Seligsprechungsprozess eröffnet und Edel Mary
Quinn am 15. Dezember 1994 offiziell der „heroische Tugendgrad" durch
Papst Johannes Paul II. zuerkannt; nun darf man sie als „Ehrwürdige
Dienerin Gottes" bezeichnen. Die Legion Mariens (Legio Mariae) ist eine
internationale katholische Laienbewegung, die 1921 unter Leitung von Francis
Michael Duff (1889-1980 ) in Dublin (Irland) gegründet wurde. Mit
Niederlassungen in über 170 Ländern und rund drei Millionen aktiven
und über zehn Millionen betenden Mitgliedern ist sie die weltweit
größte katholische Laienbewegung. Sie hat es sich zur Aufgabe
gestellt, den Glauben zu verkünden. Dies tut sie im täglichen
Gebet und im aktiven Apostolat. Die Gemeinschaft kam 1944 durch den Einsatz
der jüdischen Konvertitin Hilde Firrel (1910-1991) auch nach Deutschland.
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wie Rosenkranzgebet und -fest, „...das für die Volksfrömmigkeit
wichtigste Werkzeug", so nannte der Regensburger Weihbischof Dr. Josef
Graf den Rosenkranz beim diesjährigen Rosenkranzgebet mit Lichterprozession,
das am „Gedenktag Unserer lieben Frau vom Rosenkranz" in Regensburg im
Dom, in der Innenstadt und der traditionsreichen Dominikanerkirche am 7.
Oktober gefeiert wurde. Papst Pius V. (Pontifikat 1566-1572) hatte das
Rosenkranzfest im Jahre 1571 gestiftet, als Dank der Kirche für den
Sieg der christlichen Flotte bei der Seeschlacht von Lepanto, die Don Juan
d'Austria angeführt hatte. Es waren die inbrünstigen Gebete der
Rosenkranzbruderschaften - deren Anfänge ins 15. Jahrhundert und auf
den Dominikanerpater Ala-nus de Rupe (t 1475) zurückgingen - denen
man den Sieg über die übermächtige osmanische Flotte zusprach.
Dieser Sieg bildete auch den entscheidenden Durchbruch für die Rosenkranzfrömmigkeit
in der ganzen Kirche. Papst Gregor XIII. (1572-1585) gab 1573 dem Fest
den Namen „Gedenktag Unserer lieben Frau vom Rosenkranz" -„Memoria Beatae
Mariae Virginis a Rosario". Nach einem weiteren militärischen Sieg
über das osma-nische Heer im Jahre 1716 in der Schlacht von Pe-terwardein
(Petrovaradin) unter Prinz Eugen von Savoyen wurde das Fest durch Papst
Clemens XI. (1700-1721) mit dem Dekret „Cum alias" in den Römischen
Kalender aufgenommen. Das Rosenkranzfest steht am Anfang des sogenannten
Rosenkranzmonats Oktober, der erst im Jahre 1883 von Papst Leo XIII. (1878-1903
) eingeführt und bewusst in Zusammenhang mit dem Rosenkranzfest gestellt
worden ist. Papst Leo XIII. war ein glühender Verehrer der Gottesmutter
und großer Förderer der Marienfrömmigkeit. Er veröffentlichte
fünfzehn Enzykliken und Apostolische Schreiben zum Rosenkranz. Papst
Leo XIII. war es auch, der am Heiligabend 1883 mit dem Apostolischen Schreiben
„Salutaris ille" verkündete, dass die Bitte: „Königin des Heiligen
Rosenkranzes, bitte für uns!" in die Lauretanische Litanei aufgenommen
wird. In der Enzyklika „Augustissimae Virginis Mariae" (1897) hob er die
Bedeutung der Rosenkranzbruderschaften noch einmal eigens hervor und wies
ihnen einen überragenden Platz in der Gesellschaft zu. Sie erzeugten
ein Zusammengehörigkeitsgefühl, ließen Solidarität
erwachsen. In einer jeden Gemeinde solle eine solche Bruderschaft gegründet
werden. In der Tradition der Rosenkranzbruderschaften steht auch der 1947
von Pater Petrus Pavlicek OFM (t 1982) gegründete „Rosenkranz-Sühnekreuzzug
um den Frieden der Welt", dessen rund 700.000 Mitglieder sich weltweit
durch das tägliche Gebete des Rosenkranzes in einer lebendigen Gebetsbewegung
zusammenschlossen. Auch seine Nachfolger im 20. Jahrhundert betonten in
verschiedenen Enzykliken immer wieder die gnadenreiche Bedeutung des Rosenkranzgebetes.
Papst Johannes XXIII. (1958-1963) erklärte in der Enzyklika „Grata
recordatio" (1959) den Rosenkranzmonat als Vorbereitung auf das Zweite
Vatikanische Konzil und Papst Paul VI. (1963-1978) empfahl im Schreiben
„Marialis Cultus" (1974) das Rosenkranzgebet als Familiengebet und nennt
den Rosenkranz die „Kurzfassung des ganzen Evangeliums". Der große
Marienverehrer auf dem Stuhle Petri, der hl. Papst Johannes Paul II. (1978-2005),
führte mit dem Apostolischen Schreiben „Rosarium Virginis Mariae"
(2002) den
„lichtreichen Rosenkranz" ein und erweiterte damit die drei Geheimnisse
des gnadenreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranzes. Er gab diesem
zentralen Gebet der Katholischen Kirche sogar ein eigenes „Jahr des Rosenkranzes",
von Oktober 2002 bis zum Oktober 2003. Papst Benedikt XVI. lud am Rosenkranzfest
2010 nach der Generalaudienz besonders auch die Jugendlichen ein, „den
Rosenkranz zum täglichen Gebet zu machen." Den Kranken rief er zu:
„Ich ermutige euch, liebe Kranke, zu glauben und euch dank der Rezitation
des Rosenkranzes vertrauensvoll in die Hände Gottes zu begeben."
Eine Rosenkranz-Demonstration unserer Tage, fand am 7. Oktober 1938
in Wien statt, als Kardinal-Erzbischof Theodor Innitzer die Katholische
Jugend Österreichs zu einer Rosenkranzfeier in den Stephansdom einlud.
Die anschließende Kundgebung von rund 7.000 jungen Menschen wurde
zum katholischen Bekenntnistag gegen die Nationalsozialistische Lehre.
Am folgenden Tag stürmten Mitglieder der Hitlerjugend das Erzbischöfliche
Palais, zertrümmerten Mobiliar und gingen gewalttätig gegen die
Mitarbeiter des Erzbischofs vor. Der in Osterreich ins Leben gerufene und
bereits erwähnte „Rosenkranz-Sühnekreuzzug" hatte die Befreiung
des Landes von der russischen Besatzungsmacht zum Gebetsanliegen; unter
den zigtausenden Betern waren auch der Außenminister Leopold Figl
und der spätere Bundeskanzler Julius Raab. Als nach langwierigen Verhandlungen
1955 endlich der Staatsvertrag unterzeichnet werden konnte und der letzte
russisehe Soldat Österreich verlies, da bemerkte Bundeskanzler Raab
öffentlich: „Wenn nicht so viel gebetet worden wäre, so viele
Hände in Österreich sich zum Gebet gefaltet hätten, so hätten
wir es wohl nicht geschafft". Von Schwester Lucia (t 2005), einem der Seherkinder
von Fatima, ist der Satz überliefert: "Es
gibt kein Problem, sei es auf persönlicher, nationaler oder internationaler
Ebene, das nicht durch Beten des Rosenkranzes gelöst werden kann."
S
wie Shrines of Europe. Diesen Zusammenschluss von insgesamt sechs
der bedeutendsten Marienwallfahrsorte Europas könnte man mit „heilige
Stätten" oder „Heiligtümer Europas" übersetzen. In der 1996
gegründeten Arbeitsgemeinschaft schlossen sich die Bürgermeister
der Wallfahrtsorte Altötting (Deutschland), Fatima (Portugal), Loreto
(Italien), Lourdes (Frankreich), Mariazell (Osterreich) und Tschenstochau
(Polen) zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch zusammen. Dabei steht auch
die Planung der Weiterentwicklung der einzelnen Wallfahrtsorte im Vordergrund.
Jedes Jahr trifft man sich an einem anderen Mitgliedsort zum Austausch.
T
wie Tschenstochau. Der Wallfahrtsort mit dem Gnadenbild der Schwarzen
Madonna ist das Nationalheiligtum der Polen. Wer die Anfänge dieses
Gnadenbildes ergründen möchte, der bekommt gleich zwei Antworten,
eine legendäre und eine kunsthistorische. Der frommen Legende nach
soll der Evangelist Lukas das Bildnis der Gottesmutter mit dem Jesusknaben
auf deren Tischplatte gemalt haben. Vom Heiligen Land aus sei es dann über
Byzanz und später als Mitgift einer byzantinischen Prinzessin nach
Osteuropa gekommen. Der Kunsthistoriker sieht im Gnadenbild eine byzantinische
Ikone, die im 6. bis 9. Jahrhundert entstanden ist, und Maria als die „Hodigetria",
die Wegweiserin darstellt. Die Gottesmutter zeigt auf den Jesusknaben,
der als "fleischgewordenes Wort Gottes" das Evangelium in der linken Hand
hält und mit der rechten den Betrachter segnet. Das blaue Gewand der
Mutter Gottes trägt zahlreiche goldene Lilien, Symbol für die
Jungfräulichkeit Mariens. Ob nun vom Evangelisten oder von einem namenlosen
byzantinischen Ikonenmaler gemalt, im Jahre 1382 wurde das Bild von Prinz
Ladislaus von Oppeln in Tschenstochau in die Obhut von Pauliner-Mönchen
gegeben, die er eigens für diesen Auftrag von Ungarn nach Polen gerufen
hatte. Auf dem hellen Berg, dem 293 m hohen Jasna Góra, fanden sie
eine kleine Kirche vor. In den folgenden Jahrhunderten entstand dort ein
monumentaler Klosterkomplex, der Mitte des 17. Jahrhunderts durch den polnischen
König mit einer Verteidigungsanlage umgeben wurde. So wurde das Heiligtum
zu einer „Festung Mariens". Mehrfach wurde das Kloster überfallen;
im Jahre 1430 ist das Gnadenbild bei dem Uberfall einer Diebesbande so
stark beschädigt worden, dass trotz der Restaurationsversuche die
Hiebe im Gesicht der Gottesmutter noch heute zu sehen sind. Mit dem Gelöbnis
des polnischen Königs im Jahre 1656, in dem er alle Länder seines
Königreiches unter den Schutz der Gottesmutter stellte, bekamen Kloster
und Gnadenbild nicht nur eine große religiöse, sondern auch
eine beachtliche politische Bedeutung. Beide wurden zum Symbol der Freiheit
Polens. Gerade in den Zeiten der sogenannten polnischen Teilung, als ein
eigenständiger polnischer Staat für über 120 Jahre von der
Landkarte verschwunden war, hatte Jasna Góra eine stark einigende
Kraft für die Polen. Seine große Bedeutung wurde auch dadurch
deutlich, dass das Gnadenbild zweimal gekrönt wurde und der polnische
Episkopat im Jahre 1920 Maria zur Königin Polens proklamierte. Mit
zahlreichen Votivgaben der Gläubigen wird das Gnadenbild reich geschmückt.
Im Kloster Jasna Góra tagen heutzutage nicht nur die polnische Bischofskonferenzen,
sondern auch nationale und internationale kirchliche Kongresse. Bei den
neun Reisen in seine polnische Heimat besuchte Papst Johannes Paul II.
jedes Mal auch die Schwarze Madonna von Tschenstochau. Beim ersten Besuch
im Jahre 1979 sagte er: „Der Wille Mariens geht in Erfüllung: ich
bin da! " Auch sein Nachfolger, Papst Benedikt XVI., stattete dem Marienheiligtum
bei seiner apostolischen Reise im Mai 2006 einen Besuch ab. Heute leben
rund 100 Patres und Brüder des Paulinerordens im Kloster auf Jasna
Góra, rund drei bis vier Millionen Pilger besuchen jährlich
den Wallfahrtsort.
U
wie Unierte Ukrainer und Ungarn. Die Verehrung der Gottesmutter
ist immer auch geprägt von der Mentalität eines Volkes; spezielles
Brauchtum und historische Entwicklungen prägen immer auch dessen
Marienverehrung. So auch bei den mit Rom unierten griechisch-katholischen
Ungarn und Ukrainern: Unter den rund 2.000 Votivtafeln, die im Rundgang
um die Gnadenkapelle in Altötting hängen, sticht eine Tafel besonders
heraus: „Hilf uns o Jungfrau Maria in dieser schweren Lebenszeit" heißt
es da auf der mit Blumenmuster umrahmten Steintafel. Während die meisten
anderen Tafeln Danksagungen beinhalten, steht auf dieser ein Bittruf. Und
noch etwas fällt auf - über dem deutschen Text sind unbekannte
Buchstaben zu sehen. Dieser Hilferuf an die Muttergottes wurde am 14. Oktober
1946 von den in der Emigration lebenden katholischen Ukrainern in Stein
gemeißelt. Im Jahre 1946 pilgerten sie auch zum ersten Mal nach Altötting.
Alleine in Bayern lebten zu dieser Zeit mehr als 56.000 Ukrainer. Viele
von ihnen waren Arbeitsdienstverpflichtete, Kriegsgefangene oder auch KZ-Häftlinge
sowie Flüchtlinge, die vor dem Sowjet-Terror in den Westen geflohen
waren, um ihr Leben zu retten. Die meisten von ihnen gehörten der
Ukrainisch-Katholischen Kirche an, die mit dem Papst in Rom in Glaubenseinheit
lebt, die Messe und das Stundengebet aber nach byzantinischem, ostkirchlichem
Ritus feiert. Sozusagen der Vater der Ukrainer-Wallfahrt nach Altötting
war der ukrainische Priester, Prälat Petro Holynskyj (1892-1974).
Sein Fluchtweg hatte ihn von der Ukraine über das Burgenland nach
Altötting geführt, wo er im Herbst des Jahres 1946 die Wallfahrt
seiner Landsleute zur Schwarzen Madonna ins Leben rief. Von dort zog er
1946 weiter nach München, wo er kurze Zeit später zum Generalvikar
der Katholischen Ukrainer ernannt wurde und bis zu seinem Tode im Jahre
1974 äußerst segensreich wirken sollte. Seit dieser Zeit pilgern
die katholischen Ukrainer aus Süddeutschland, dem Salzburger Land
und Tirol jeden September nach Altötting. So wie alle Pilgergruppen,
tragen sie ihre Bitten aber auch ihren Dank vor die Gottesmutter. Die Marienverehrung
hat in der gesamten Ostkirche einen großen Stellenwert. Wallfahrten
zu Marienikonen oder -heiligtümern, wunderschöne Lobgesänge
auf die Gottesmutter und eine innige, kindliche Liebe zu ihr sind wichtige
Bestandteile der Verehrung Mariens. Immer am letzten Sonntag im September
feiert Bischof Petro Kryk, der Apostolische Exarch der Katholischen Ukrainer,
mit Priestern und einem Diakon die Göttliche Liturgie. Die Gläubigen
aus ganz Süddeutschland waren gekommen, auch der Kathedralchor aus
München. Im Anschluss an die Liturgie zogen alle, die ukrainischen
Kirchenfahnen voran, zur Gnadenkapelle, um dort der Gottesmutter mit Gebeten
und Gesängen einen besonderen Gruß zu entbieten. Mit dem alten
Lied „Mnogaja leta - Auf viele Jahre!" war auch der Wunsch verbunden, noch
viele Jahre nach Altötting pilgern zu können, so wie einst die
Landsleute im Jahre 1946.
Zentrum der Marienverehrung in der Ungarischen Griechisch-Katholischen
Kirche (Magyar görögkatolikus egyhäz) mit ihren rund 400.000
Gläubigen in Ungarn ist der Wallfahrtsort Mariapócs mit den
Gnadenbild der Madonna von Pötsch. Am 4. November 1696 beobachteten
Gläubige in der griechisch-katholischen Pfarrkirche in Pötsch
(Poes), wie die Ikone der Gottesmutter mit dem Jesusknaben zu weinen begann.
Viele Zeugen, auch nichtkatholische Soldaten, bestätigten dieses Tränenwunder
und eine Wallfahrt setzte ein. Auf Wunsch Kaiser Leopold I. kam das Gnadenbild
am 1. Dezember 1697 in den Wiener Stephansdom, wo es sich noch heute unter
dem sogenannten Öchsel-Baldachin befindet. Für das ungarische
Pötsch/ Poes - seither Mariapócs genannt - wurde 1707 eine
Kopie geschaffen, für die dann selbst 1715 bzw. 1905 erneut ein Tränenwunder
verzeichnet wurde. Das Gnadenbild in Wien weinte nicht mehr. Während
der Zeit des Kommunismus musste die Wallfahrt ruhen, heute kommen jährlich
bis zu 800.000 Pilger in das Karpaten-Städtchen, dessen Wallfahrtskirche
1948 von Papst Pius XII. zur Basilika minor erhoben wurde. Berühmte
Pilger waren im Jahre 1991 Papst Johannes Paul II. und 2015 am Maria Himmelfahrtstag
Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, das Oberhaupt der Ukrainischen
Griechisch-Katholischen Kirche (weltweit rund 4,3 Mio. Gläubige),
der zur Glockenweihe nach Mariapócs gekommen war. Das ursprüngliche
Gnadenbild wurde von Laszló Csigri in Auftrag gegeben, der als Kind
im Rahmen des osmanischen Knabenlese-Systems nach Konstantinopel kommen
sollte, um dort als muslimischer Kämpfer erzogen zu werden. Er konnte
entkommen und aus Dank stiftete er das Marienbild. Geschaffen wurde es
von dem örtlichen, aber in Italien ausgebildeten Maler Ist-ván
Papp. Weitere Kopien des Bildes finden sich in Gnigl bei Salzburg (seit
1697/98) und in der pfälzischen Ortschaft Kindsbach (seit 1704). Der
Gnadenort hat auch viele geistliche Berufungen gefördert, so z. B.
die Brüder Dr. Miklös Dudas OSBM (1902-1972), griechischkatholischer
Bischof von Hajdúdorog und Provinzial Pater Bertalan László
Dudás OSBM (1909-2004).
(wird fortgesetzt)
(Quelle: "Bote von Fatima",
Jgg. 74, April, Mai 2016 und ff., S. 36f., S. 48f., S. 127f., und Jgg.
75, 1/2-2017, S. 9-11, IMR Regensburg)
Bete
täglich den wundertätigen Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit!
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