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Der
Himmlische König!
Bei einem weltlichen König mußt du gekonnte Hofknickse
machen,
er ist unerreichbar, überall stehen bewaffnete Wachen.
Dein Besucherwunsch muß mehrere Instanzen durchlaufen,
es dauert oft Monate, du mußt dir erst die Fahrkarte kaufen.
Du schmeißt dich in Schale, nimmst das beste Gewand,
Du sparst nicht mit Parfüm und Seife, machst die Frisur elegant.
Mit freudigen Schritten machst du dich auf die Reise,
bist pünktlich, ergeben und herzklopfend bittest du leise.
Dieser enorme Aufwand geschieht selbstverständlich beim weltlichen
Herrscher,
wie stehst du vor der Majestät Gottes, dem Weltenbeherrscher?
Was gebührt ihm für 'ne Ehre, der den gewaltigen Kosmos
geschaffen,
ein Nichts sind diese Mächtigen mit Prunk, Zeremoniell und
all ihren Waffen.
Er ist der Schöpfer, ihr Ursprung, sie müssen ihm Rechenschaft
geben,
alle die Reichen, die Regierenden, die wir so haushoch erheben.
Mit unendlicher Liebe hat er mit allen Feinheiten den Mikrokosmos
gemacht,
und dieser große Gott schenkt uns sich ganz klein in der heiligen
Hostie sacht.
Seine ganze Allmacht, Weisheit und Liebe ist mit ihm in allen Teilchen
präsent,
komm, er wartet, er liebt dich, du wirst reich mit offenen Armen
beschenkt.
Kostenlos, ohne Voranmeldung ist er jedem Berater und Helfer, sei
kein Tor!
Er ist ohne Starallüren, hat immer Zeit für dich und ein
offenes Ohr.
Er hat Dauer-Audienz, sehnt sich nach dir - geh, wenn dich ein Kummer
quält,
1/4 Stunde Anbetung bringt mehr Gnaden als beten andernorts - dein
Dasein zählt.
In der Mitte der Kirche, im Tabernakel ganz unscheinbar und verborgen,
will er für uns undankbare, schwache und dennoch heißgeliebte
Kinder sorgen.
Aber, wie erbärmlich und kläglich trittst Du vor deinen
himmlischen König!
Sonntags verschlafen, gewöhnliche Klamotten, sie stören
Dich wenig.
In Blue-Jeans und T-Shirts, in kessen Fetzen nimmst du dir die Kommunion,
mit struppigen Haaren, herabhängenden Armen, schlenderst nach
vorn.
Du bist ohne Demut und Ehrfurcht, was man den Mitläufer nennt,
du forderst Jesu Zorn und Rache im Allerheiligsten Altarsakrament.
Nimmst frech stehend den Weltenrichter in deine Hand,
Mensch, wie bist du verrückt, total ohne Verstand!
Er hat keinem Laien erlaubt, ihn mit seiner Hand zu berühren,
jeder Dreckfink bedient sich, du brichst ein in verschlossene Türen.
Fall' auf die Knie und bete demütig
und reumütig an,
so wie es damals vor langer Zeit deine Vorfahren
getan.
Vergiß nicht die heilige Beichte,
der Anfang ist überall schwer,
sehnsuchtsvolle Rückkehr, Vorsatz
und Reue sollen sein dein Begehr.
Es gibt keine Modernisierung, der Schöpfer ist und war immer
gleich,
alles ist nur eine Verführung
aus dem dämonischen Reich.
Maria Rosenberger