|
|
Aus
der Enzyklika Pius' XI. „Miserentissimus Redemptor" vom 8. Mai 1928
„Unter allen der Herz-Jesu-Andacht eigenen Übungen ragt für
Auge und Gemüt hervor unsere gläubig fromme Weihe des eigenen
Selbst und aller Habe an das göttliche Herz Jesu als Entgelt für
Gottes ewige Liebe. Wie sehr unser Heiland diese Hingabe von den Menschen
wünschte - nicht auf Grund Seines Rechtes, sondern aus unermeßlicher
Liebe zu uns -, das hat er die unschuldige Jüngerin seines Herzens,
Margareta Maria, gelehrt; sie hat mit ihrem Seelenführer Claude de
la Colombiere zuallererst diesen Dienst ihm geleistet. Im weiteren Verlauf
der Zeit folgten zunächst Einzelpersonen, weiterhin Familien und Vereinigungen,
schließlich gar Behörden, Städte, Staaten."
„Tatsächlich nahm der Geist der Sühneleistung immer die
erste und vorzüglichste Stelle ein in der Verehrung des heiligsten
Herzens Jesu. Nichts paßt besser zu Ursprung, Eigenart, Kraft und
Tugendübung dieser Andachtsform. Das bestätigen Geschichte und
Leben, Liturgie und päpstliche Weisungen. Als Christus der Margareta
Maria erschien, offenbarte er ihr die Größe seiner Liebe
und klagte wehmütig über viel bitteres, brennendes Unrecht undankbarer
Menschen. Möchten doch seine Worte in gläubigen Seelen fest haften
bleiben und nie vergessen werden!
Er sprach:,Siehe da dieses Herz, das die Menschen so sehr liebte
und mit lauter Wohltaten überhäufte. Als Lohn für seine
maßlose Liebe widerfuhr ihm Lauheit und Schimpf, und zwar mitunter
sogar von Seelen, die eigentlich zum schuldigen Dienst besonderer Liebe
gehalten wären.' Um
diese Schuld abzutragen, empfahl Jesus unter anderem als seinen Herzenswunsch,
im Willen zur Sühne am Tische des Herrn niederzuknien, in der
sogenannten ,Sühnekommunion', und Sühnegebete und -andachten
eine volle Stunde hindurch (man nennt das mit Recht die Heilige Stunde)
zu halten. Diese frommen Übungen hat die Kirche nicht
nur gutgeheißen, sondern auch mit reichen Gnadenerweisen gesegnet.
Aber wie können denn solcherlei Sühneakte Christus in seiner
Seligkeit als himmlischen König trösten? Da möchten wir
antworten mit dem hier gut angebrachten Worte des hl. Augustinus: ,Denk
dir einen Liebenden, er versteht, was ich sage'."