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Felix Bentz Franz Kronbeck Inge M. Thürkauf
Das
Grabtuch von Turin - Teil II
4.
Das Grabtuch von Turin und die anderen monotheistischen Religionen
Das Grabtuch von Turin ist gleichsam richtungsweisend,
wenn man die anderen monotheistischen Religionen näher betrachtet.
Islam:
Der Islam hat eine sehr hohe Wertschätzung für Jesus,
den sündenlosen Propheten und seine heilige, ebenfalls sündenlose,
jungfräuliche Mutter. Jedoch lehnt der Islam sowohl die Kreuzigung
als auch den Tod Jesu am Kreuz ab. Er erkennt weder die historische Auferstehung,
noch die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus an: Sure 4, v.156: "Sie
sagten: Siehe, wir haben den Messias Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten
Allahs, ermordet - doch ermordeten sie ihn nicht und kreuzigten ihn nicht,
sondern einen ihm ähnlichen.."
Das Grabtuch von Turin hingegen bestätigt die historische Echtheit
der Evangelien, denn es beschreibt mit einer Fülle von Details die
Passion Christi, die der Islam als verfälscht hinstellt. Dem Moslem,
der mit dem Grabtuch konfrontiert wird, bietet sich die Möglichkeit,
sich intensiver mit der historischen Person Jesu und seinem Pascha-Mysterium
zu befassen.
Judentum:
Was das Judentum anbelangt, so fügt sich das Grabtuch voll
und ganz in den jüdisch-historischen Kontext. Es gestattet uns einen
Blick auf das Begräbnisritual, so wie es bis heute noch gebräuchlich
ist.
Das Grabtuch enthüllt uns diese geheimnisvolle Person, die
schon im Alten Testament als Knecht Gottes aufscheint und die sich wie
ein Lamm hinopfern lässt. Das Grabtuch bestätigt den Mann auf
dem Grabtuch als den seit Jahrhunderten angekündigten Messias. Zum
Beispiel: Die Verurteilung und Passion bei Jesaja :. 52, 13-14, 53,
7-8, 10-12
Die Geißelung bei Jesaja 50,6
Sacharja 9,9; 12,10 kündigt schon sowohl den Ort der Passion,
Jerusalem, als auch den Lanzenstich an: "Sie werden auf den schauen, den
sie durchbohrt haben." In den Psalmen wird Folgendes vorhergesagt: die
bittere Gottverlassenheit, die völlige Nacktheit, der quälende
Durst, der mit Essig gelöscht wird, und es wird auf die Kreuzigung
angespielt. (Ps 22,2 , 69,22 ;Ps 22,15-19; Ps 22,1), Jesaja 53,5.
Aber der Mann des Grabtuches ist auch das geschlachtete Lamm der
Apokalypse, (5,12) das „würdig ist, Macht und Reichtum und Weisheit
und Kraft und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreis" zu empfangen.
Für die Juden zur Zeit Jesus und des frühen Christentums
verweist das Grabtuch vor allem auf das Zeichen des Jona (Mt 16,; Mt 12,38-424).
Wie Jonas nämlich nicht im Inneren des Fisches blieb, sondern
von diesem nach drei Tagen wieder ausgespieen wurde, so konnte das Grab
den Herrn nicht festhalten: er ist auferstanden. Die Spuren, die er dabei
im Grabtuch hinterließ, stellen somit das „Zeichen des Jona" dar.
Das moderne rabbinische Judentum hält sowohl am seit apostolischer
Zeit behaupteten Grabraub (Mt 28,11-15) als auch an der Leugnung der Auferstehung
Christi fest und anerkennt also Jesus nicht als den verheißenen Messias.
Gerade hier kann das Grabtuch mit all seinen Informationen zu einem hilfreichen
Zugang zu Jesus von Nazareth werden. Es enthält nämlich mit seinem
Doppelbild (Vorder- und Rückenansicht des Mannes des Grabtuches) auch
einen wichtigen Hinweis auf die jüdische Mystik.
Im jüdischen Denken nimmt die Zahl Zwei eine Schlüsselstellung
ein. So wird im „Buch der Schöpfung" erwähnt, dass die Zahl Zwei
„Hauch vom Hauch" bedeutet, aber auch, dass sie den Menschen symbolisiert,
dass sie daran erinnert, dass für eine Aussage bei Gericht zwei Zeugen
nötig sind, um die Wahrheit zu bestätigen. Schließlich
spielt die Zahl Zwei an den Bund Gottes mit seinem Volk an, den er am Berg
Sinai mit den zwei Gesetzestafeln geschlossen hat.
Und nicht nur das auf dem Grabtuch befindliche Blut Christi, sondern
auch das Doppelbildnis der Sindone erinnern an den Neuen Bund Gottes mit
dem Menschen, so wie es die Wandlungsworte Jesu ausdrücken: „Das ist
der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und
für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden".
Dieser ausgeblutete Leichnam des Grabtuches ist das makellose, geschlachtete
Opfer des Neuen Bundes, der "talia", (auch hier ist eine zweifache Bedeutung
zu vermerken, nämlich Gottesknecht und Gotteslamm). Der Neue Bund
also, der durch Gottes Erbarmen schon den Propheten verheißen (cf.
Jer 31,31 ss; Ez 36,25-28;) und mit dem Blut Jesu geschlossen wurde.
So wie es Maria in ihrem Lobgesang, dem Magnificat besingt: (LK
1,54-55)
„Er hat sich seines Knechtes Israel angenommen, eingedenk seiner
Barmherzigkeit, wie er den Vätern verheißen hat, Abraham und
seinen Nachkommen auf ewig." oder wie es Zacharias bei der Geburt seines
Sohnes ausspricht: (Lk 1,70-72):
„Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!
Denn Er hat Sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.
Er hat uns einen starken Retter erweckt
im Hause Seines Knechtes David.
So hat Er verheißen von alters her
durch den Mund Seiner heiligen Propheten.
Er hat uns errettet vor unseren Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen.
Er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an
Seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den Er unserem Vater Abraham
geschworen hat."
5. Das Grabtuch als wertvolles Mittel
zur Neuevangelisierung
Vom Magnificat wendet sich der Blick zur Madonna, denn auch sie
hat uns ein Bild hinterlassen, das nicht von Menschenhand gemacht ist,
in anderen Worten ein „acheiropoieton". Es handelt sich um das Bild der
Madonna von Guadalupe.
Zur Wintersonnenwende 1531, in einem Augenblick größter
kollektiver Depression der Azteken, erweist sich Maria als die Mutter Gottes
und als vollkommene Jungfrau (als Immaculata), die den Azteken die wahre
Sonne, den wahren Gott, Jesus Christus bringt. Indem sie ihr Bild auf der
Tilma, dem Mantel des Sehers Juan Diego hinterlässt, verwendet Maria
Elemente der zerstörten aztekischen Kultur. Sie zeigt den Azteken,
dass Christus, den sie in ihrem Schoß trägt, und der durch die
Flor solar (vierblättrige Blume) auf ihrem Leib versinnbildlicht ist,
der einzige und wahre Gott ist. (Flor solar heißt übrigens wörtlich
übersetzt zu Deutsch Sonnenblume, auf Aztekisch Nahui Ollin und hat
über 80 verschiedene symbolische Bedeutungen). Dieses Bild, das für
die Azteken eine Art Kodex bedeutete, machte auf diese einen solchen Eindruck,
dass sie sofort die an sie gerichtete Botschaft verstanden.
Papst Johannes Paul II. nannte Maria wegen dieser himmlischen Pädagogik
„Stern der Evangelisation." Dank dieses wunderbaren Bildes bekehrten sich
8-9 Millionen Azteken in kürzester Zeit zum Christentum. Es läutete
die Geburtsstunde des mexikanischen Volkes ein, denn nach diesem außergewöhnlichen
Ereignis verschmolzen die beiden Todfeinde, Azteken und Spanier, zu einem
einzigen Volk.
Wer weiß, wie viele Menschen sich zum Christentum bekehren
könnten, wenn das Grabtuch von Turin eines Tages als wahres Leichentuch
Christi von der Kirche anerkannt würde. Vielleicht würde diese
Anerkennung eine ähnliche Wirkung wie das Bild der Madonna von Guadalupe
hervorrufen.
Heute leben wir in einer Kultur der Bilder. Daher ist auch das Grabtuch
von Turin ein wertvolles Hilfsmittel bei der Neuevangelisierung, bzw. beim
interreligiösen Dialog. Hier zeigt aber das
Grabtuch von Turin klar auf, dass die Evangelien nicht verfälscht
worden sind, und dass die in ihnen überlieferten Ereignisse echten
historischen Wert besitzen.
Die Sindone kann also mithelfen, dass einer, der Gott sucht, den
wahren Glauben findet, bzw. dass einer, der schon das Geschenk des Glaubens
besitzt, noch tiefer in die Kontemplation geführt wird und eine immer
innigere Christusbeziehung erfährt.
Die Katholische Kirche zwingt uns die Verehrung des Grabtuches nicht
auf. Aber wenn es echt ist, dann erhellt es auf einzigartige Weise die
christologischen Dogmen. Bild und Blut der
Sindone zeigen uns gleichsam den konkreten Beweis der unendlichen, göttlichen
Liebe des Vaters, wie es bei Johannes 3,16 steht:
„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er
seinen eingeborenen Sohn für uns hingab, damit alle, die an ihn glauben,
nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben"...
Zusammenfassend darf man in Hinblick auf das Grabtuch und seine
Bedeutung für unsere Zeit Folgendes sagen:
Das Grabtuch von Turin scheint für unsere wissenschaftsgläubige
Zeit aufbewahrt worden zu sein. Denn die Entschlüsselung der im Tuch
verborgenen Informationen fällt in eine Epoche, die in ihrer antichristlichen
Haltung das religiöse Pantheon bzw. den Religionssynkretismus, d.h.
die Verschmelzung der Religionen propagiert. Unsere Zeit ist wesentlich
durch die Ablehnung der Wahrheit, der christlichen Dogmen, durch einen
zersetzenden Skeptizismus charakterisiert.
Wenn nun aber alle Religionen (insbesondere die monotheistischen
Religionen) denselben Stellenwert haben sollen, wie es Gotthold Ephraim
Lessing im Drama „Nathan der Weise" postuliert, wo bleibt die Wahrheit,
die Einzigartigkeit, die Besonderheit des Sühn-und Erlösungsopfers
Christi, der von sich selbst gesagt hat, dass er die WAHRHEIT in Person
ist ? (Joh 14,6).
Es gibt viele, die meinen, dass Gott - "wenn es ihn überhaupt
gibt" - NICHT in die Geschichte eingreifen und sich NICHT mit einer menschlichen
Natur verbinden kann. Gott bleibt für sie höchstens hinter einer
unzugänglichen Mauer des Schweigens, der Teilnahmslosigkeit verborgen.
Viele sind überzeugt, dass der menschliche Geist der alleinige Bezugspunkt
und die menschliche Vernunft das Maß aller Dinge ist, zumindest seit
der Epoche des Humanismus. An vielen Universitäten und Institutionen
wird an der Allmacht Gottes gerüttelt. Es gehört gleichsam zum
guten Ton, an Gottes Wundern zu zweifeln, sie zu „entmythifizieren", ja
sogar sie lächerlich zu machen.
Insbesondere das Wunder der Auferstehung wird von etlichen Gelehrten
bezweifelt bzw. sogar geleugnet. Die Auferstehung wird auf eine Erzählung
spiritueller Erfahrung reduziert.
Aber der unbekannte, oben erwähnte Energieschub aus dem toten
Körper, der zur Bildentstehung auf dem Grabtuch geführt hat,
ist ein Hinweis, dass dieser Mann kein gewöhnlicher Sterblicher ist,
sondern wie Sebastiano Rodante meint:
„Paranormale Phänomene, z.B. bei Gurus, gibt es nur zu deren
Lebzeiten, noch nie hat in der Geschichte ein Toter gestrahlt...!"
Ist es nicht Leugnung der Einzigartigkeit und Gottheit Christi,
wenn unter dem Deckmantel eines friedenschaffenden, allumfassenden
Weltethos diese Einzigartigkeit Christi und seine Erlösungstat verschwiegen
bzw. relativiert wird? Man möchte einen so genannten „Frieden aller
Religionen", ein Weltethos gleichsam auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner
OHNE Dogmen und ohne restriktive, „unzumutbare" Moral schaffen, bzw. eine
„zeitgemäße" Ethik errichten, die ohne außermenschliche
und außerweltliche Werte auskommt.
Im päpstlichen Dokument der Glaubenskongregation „Dominus Jesus"
vom 6. August 2000 gab uns Kard. Ratzinger diesbezüglich klare Richtlinien:
„Mit dem Kommen Jesu Christi, des Retters,
hat Gott die Kirche für das Heil aller Menschen eingesetzt (vgl. Apg
17,30-31). Diese Glaubenswahrheit., schließt ... jene
Mentalität des Indifferentismus aus, die durchdrungen ist von einem
religiösen Relativismus, der zur Annahme führt, dass eine Religion
gleich viel gilt wie die andere"...
Daher muss die Kirche unablässig verkündigen, dass Christus
„der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6) (ist), in dem die Menschen
die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit
sich versöhnt hat." Die Wahrheit, die Christus ist, erscheint nötig
als universale Autorität... die Universalität und die Endgültigkeit
der Offenbarung Gottes ist nur im christlichen Glauben vorhanden. Die Kirche
ist daher zur Evangelisierung der Völker konstitutiv verpflichtet
(Nr. 22)."
Gerade für diese Zeit spiritueller Hungersnot hat uns die Göttliche
Vorsehung das Grabtuch von Turin und auch das Schweißtuch von Oviedo
aufbewahrt. In der gegenwärtigen antichristlichen Gesinnung können
uns beide Tücher eine Stärkung unseres Glaubens, ein Zeichen
des Sieges unseres Erlösers und eine kostbare Hilfe sein, um die Liebe
zu unserem Herrn Jesus Christus in uns und in anderen neu zu entzünden.
(Ende der Artikelreihe von Mag. Gertraud Wally)
(Quelle: St. Athanasius Bote, Nr. ,
S. , Mainburg) -
LINK:
athanasius.de
Exemplare des "St. Athanasius Bote" sind kostenlos
oder gegen Spende erhältlich bei:
Initiative kath. Christen - Verein St. Petrus Canisius e.V., Pf. 88, D-82337
Feldafing und unter ikc(at)gmx.net
Novene
zur Göttlichen Barmherzigkeit II mit Worten Jesu und wunderschönen
Verheißungen - PDF
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